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Psyche - Frage zu Depressiven Störungen
#1
Wer kann mir helfen?

Kann man sagen, dass eine endogene Depression oft oder sogar meist schwerer verläuft oder zumindest schwerer verlaufen kann als eine psychogene Depression?

Wenn von einer schweren depressiven Episode gesprochen wird, handelt es sich dann typischerweise (?) um eine endogene Depression? Wahrscheinlich kann man das so nicht sagen. Die schriftlichen Prüfungsfragen haben mich dazu gebracht diese Frage zu stellen....

Danke für eine Hilfe Heart

lg
Liebe Grüße,
Lucy
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#2
Hallo Lucy,
danke für die Anregung UND es könnte so sein:

die Bezeichnungen endogene vs psychogene Depression beschreiben erstmal nur die Herkunft der Depression, also wo hat die Depression prozesshaft ihren Anfang genommen. Die Schwere des Verlaufs einer Depression hat m.E. nicht so viel mit der endogenen / psychogenen Ursache zu tun, sondern eher mit der Verletzlichkeit (Vulnerabilität) und der Resilienz der Person und eventuell dazukommenden belastenden Ereignissen. Wiederholte belastende Ereignisse (auch geringer Intensität) können zu einer immer stärkeren (depressiven) Reaktion führen, bis schließlich eine schwere depressive Episode auftritt. Später kann dann die Depression auch ohne einen klaren äußeren Anlass auftreten. Das könnte den Übergang von einer psychogenen in eine endogene Verursachung der Depression erklären.
Herzlich, Rautigunde

"Wenn ich einen Schritt zurück mache, dann um Anlauf zu nehmen." (Fundstück)
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#3
Hallo

vielen Dank, das macht das ganze doch verständlicher.

Bin gespannt, ob sich noch jemand zu Wort meldet.

Vielen Dank für die Erklärung Heart
Liebe Grüße,
Lucy
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#4
Liebe Lucy,

Rautigunde hat es umfassend erklärt. Respekt dafür, btw. Heart

Ich weiß nicht so genau, was eine psychogene Depression ist. Ist das deckungsgleich mit reaktiv?
Endogene Depressionen sind verdeckt, lassen sich also nicht solo auf einen Grund zurückführen. Der Schweregrad hängt, wie Rautigunde sagt, von etlichen Faktoren ab: Komorbiditäten wie Angststörungen, Sucht, auch genetisch ist da einiges drin.
In wie weit das behandelbar ist, hängt von der geistigen Kapazität, der Resilienz und vom Leidensdruck ab. Stichwort sekundärer Krankheitsgewinn.
Solange die Depression subjektiv erlebt Erleichterung verschafft, machste nix.

Überreden ist so zwecklos, wie Clowns herbeizuschaffen, damit man lacht.
Das hirnstoffliche Ungleichgewicht ist da nochmal eine andere Hausnummer.
Hier setzen Antidepressiva an. Das funktioniert aber m.E. auch nur, wenn die Begleitstörungen austherapiert sind.

Zurück zum Thema:

Zitat:Wenn von einer schweren depressiven Episode gesprochen wird, handelt es sich dann typischerweise (?) um eine endogene Depression?

Nein, glaube ich nicht. Wenn jemand wegen des Todes seines Partners z.B. zutiefst getroffen ist (also exogen), kann das genauso schlimm sein, wie eine unspezifischere endogene Depression. Man fühlt sich nur nicht so machtlos, weil man die Ursache besser ausmachen kann.
In der Tiefe des Empfindens ändert das nichts.

LG
Conny
With all your science
can you tell how it is,
and whence it is,
that Light comes into the soul?

- Henry David Thoreau -
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#5
Zitat:Wenn von einer schweren depressiven Episode gesprochen wird, handelt es sich dann typischerweise (?) um eine endogene Depression?

Liebe Lucy,
ja, so ist es!

Allerdings nicht wegen der Logik (da hätte Conny wohl eher Recht), sondern wegen der Definition.
Die ICD10 ist ein phänomenologisch deskriptives Diagnosebuch, das heißt, wir beschreiben, was wir sehen und ordnen das einer Diagnose zu.

Eine Depression als Reaktion auf ein schweres Ereignis gibt es in der ICD10 zwar (in der F4), aber nur bis zu einem bestimmten Schweregrad. Es steht explizit in der ICD10 dass, wenn die Symptome ausreichen, um eine F32.1 oder F32.2 (mittelgradige und schwere depressive Episode (endogen)) zu diagnostizieren, soll dann diese Diagnose gestellt werden.

Ich nehme an, die Entscheidung ist so gefallen, weil man bei einer mittelgradigen und schweren depressiven Episode immer auch ein Neurotransmitterungleichgewicht feststellen kann - und dann ist die Depression (zumindest auch) endogen.

Liebe Grüße,
Savina Smile
Don´t push the river - it flows by itself.
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#6
Hallo zusammen,

vielen, vielen Dank für die Antworten Exclamation

Lieb von dir Salvina, dass du dich auch noch zu Wort gemeldet hast und das noch mal so genau auseinander genommen hast.

Merke, dass ich da noch nicht tief genug in der Materie drin bin. Aber schön, wenn die Definitionen so klar sind. Das ermutigt.

Vielen Dank nochmal Heart,
liebe Grüße
Lucia
Liebe Grüße,
Lucy
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