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Einige Beispiele von Aufstellungsphänomen
#1
Aus der  Open - Access - Publikatio (freie Lizenz) "System - Aufstellungen und ihre naturwissenschaftliche Begründun" von  Thomas Gehlert
Seite 124 - 132 will ich mal folgende Aufstellungsphänomene beisteuern.

Familiensysteme Beispiel 1: Unbekannte Halbschwester (2016) Als Eingangsbeispiel sei hier ein Fall aus einer Familienaufstellung erwähnt, der nicht unüblich für erfahrene Aufstellungsteilnehmer ist. Die Fallbringerin, das jüngste Kind von sieben Kindern, wurde im Rahmen einer Familienaufstellung mit einer ihr unbekannten Situation konfrontiert. Die anderen Repräsentanten als auch ihre Stellvertreterin vermissten etwas an der Seite ihres Vaters. Irgendetwas fehlte. Nach Hinzunahme des Fehlenden entpuppte sich dieses als Tochter des Vaters aus einer früheren Beziehung. Verwirrt macht die Fallbringerin sich nach Rückkehr aus der Aufstellungsgruppe auf die Suche. Weder sie noch ihre anderen Geschwister wussten von einer solchen Option. Auf Nachfrage bei ihrer leiblichen Mutter bestätigte diese den Sachverhalt. Ihr Vater hatte vor der Beziehung mit ihrer Mutter ein Verhältnis mit einer anderen Frau und da- raus eine Tochter, die er jedoch strikt verleugnete und mit der er keinerlei Kontakt pflegte. Als weitere Merkwürdigkeiten stellten sich heraus, dass diese Tochter den gleichen Vornamen wie die Fallbringerin trug und die gleiche Körpergrösse hatte. Im Gegensatz zu den anderen sechs Geschwistern, die alle deutlich grösser waren, waren beide von kleiner Statur.



Beispiel 2: Kind, das nicht das eigene war (2006) Dieses Beispiel ist wörtlich von Grochowiak übernommen (Grochowiak 2006: 8). „Ein Klient kam mit dem Anliegen zu verstehen, warum sein Sohn (14 Jahre) so aggressiv auf ihn ist, dass er schon mit dem Messer auf ihn losging. Ich stellte Vater und Mutter auf (Mann rechts, Frau links) und den Sohn 1,5 m in der Mitte vor die beiden. Ich ließ den Stellvertreter des Vaters sagen: „Ich bin dein Vater und du bist mein Sohn!“ Der Stellvertreter antwortete mir: „Wenn sie wollen, sage ich das, aber es stimmt nicht.“Darauf ließ ich den Stellvertreter des Sohnes sagen: „Du bist mein Vater, ich bin Dein Sohn.“ Der Stellvertreter sagte: „Das sage ich ums Verrecken nicht.“ Ich fragte darauf den Klienten ob er sich sicher ist, dass er der leibliche Vater des Kindes ist. Er antwortete: „Bis eben schon.“ Da ich eben nicht der Ansicht bin, dass es völlig gleichgültig ist, ob eine solche Aussage den Tatsachen entspricht oder nicht habe ich die Aufstellung abgebrochen und gesagt, dass ich erst weiter machen würde, wenn diese Frage geklärt ist. Dieser Mann ließ einen DNS-Test [üblicherweise als DNA-Test bekannt; Anmerkung Autor] machen und es stellte sich heraus, dass er tatsächlich nicht der Vater war. Wie dies aus kleinsten topologischen Unterschieden erklärbar sein soll verschließt sich mir vollständig; zumal ich in diesem Fall als Aufsteller die Stellvertreter aufgestellt habe und nicht der Klient“.



Beispiel 3: Reaktion eines weit entfernten Umfeldes (1999 – 2003) Mehrmals und in kurzem Abstand wurde ein Phänomen beobachtet, das sich im Anschluss an Familienaufstellungen ereignete (im Rahmen meiner SyA-Ausbildungen). In den Aufstellungen ging es um Krankheiten und Familiendynamiken unterschiedlicher Familiensysteme. Bei allen stellte sich letztlich heraus, dass Familienmitglieder schon viele Jahre (teilweise 15 und 20 Jahre) den Kontakt zu ihren Herkunftsfamilien abgebrochen hatten. Zum einen wusste der Fallbringer gar nicht, dass es dieses Familienmitglied gab und im anderen Fall existierte keine Information über das ausgeschlossene Familienmitglied. Die Ausgeschlossenen bzw. sich Zurückgezogenen tauchten unvermittelt in der Aufstellung auf. Alle Repräsentanten schauten auf eine leere Stelle im Raum und konnten erst wieder anderes wahrnehmen als ein weiterer Repräsentant sich an der leeren Stelle positionierte. Interessanterweise hatten alle, die bisherigen Repräsentanten als auch der neu hinzugekommene, eine klare Vorstellung um wen es gehen könnte. Es war deutlich, dass es sich jeweils um bestimmte Verwandtschaftsmitglieder handeln muss, deren Bezug zu bestimmten Familienmitglieder (Onkel, Tante, Bruder) präzise beschrieben werden konnte. In der Lösungsaufstellung wurden die Abwesenden wieder integriert, so dass sich für alle ein guter Platz fand. Alle Fallbringer nahmen sich für die Zeit nach der Aufstellung vor, zu versuchen Kontakt zu den reintegrierten Familienmitgliedern aufzunehmen. Bei zwei dieser Fälle fand die Aufstellung in der Zeit von 14:00 - 16:00 Uhr statt; Abschluss der Veranstaltung war 18:30 Uhr. Als sich die Gruppen um 19:00 zum Abendessen trafen war die Überraschung bei allen groß: In beiden Fällen berichteten die Fallbringer, dass sich die „Abwesenden“ in der Zeit von 16:00 - 18:30 Uhr zu Hause gemeldet hatten. Es hat also den Anschein, als ob die Information aus der SyA unmittelbar bei den betroffenen Personen eine Reaktion auslöst, unabhängig von der Entfernung. In einem Fall waren es über 1.000 km. War es Zufall, wie manche bei solchen Erlebnissen gerne behaupten oder gab es doch eine nicht-lokale Wechselwirkung über grosse Distanzen? Interessant zu wissen wäre, ob und wie häufig solche Phänomene in und im Anschluss von Aufstellungen beobachtet werden können. Im Falle einer Signifikanz würde sich natürlich die Frage nach einer nachvollziehbaren, wissenschaftlich begründbaren Erklärung stellen. Sicherlich ließe sich psychologisch das Unbewusste, Verdrängung, der Zufall oder eine erstaunliche Synchronizität ins Feld führen. Welche Erklärungen lassen sich aber für die Beispiele finden, deren Fokus nicht auf den Beziehungen untereinander, sondern auf der Untersuchung konkreter Sachverhalte lag, wie bei folgenden Beispielen?



Juristisches System Beispiel 4: KFZ-Unfall (2014) Ein Fallbringer hatte ein sehr unangenehmes Erlebnis auf einer Autobahn. Konnte er selbst gerade noch einen Auffahrunfall auf ein vor ihm fahrendes Fahrzeug vermeiden, wurde er kurz darauf selbst von hinten unsanft kontaktiert. Die Aussagen des Unfallgegners und die polizeiliche Sicht deuteten auf ein klares Fehlverhalten des Fallbringers hin und lösten bei ihm starke Schuldgefühle bzw. eine erhebliche emotionale Betroffenheit aus. Da er aufgrund der vorausgegangenen Situation (der vermiedene Auffahrunfall) selbst starke körperliche Symptome entwickelte, war seine Wahrnehmung auf das was im Anschluss passierte (der Auffahrunfall) erheblich eingeschränkt. Für ihn sah es so aus, dass er irgendetwas falsch gemacht hatte. Sein Aufstellungswunsch bestand in der Betrachtung dessen, weshalb er in der ersten Situation solche Körpersymptome entwickelte.
In der Aufstellung, die als Blindaufstellung durchgeführt wurde - nur die Aufstellungsleitung wusste wer wofür steht und legte zunächst auch die Platzanker für die Repräsentanten – zeigten sich dann überraschende Phänomene. So entwickele der Stellvertreter des Fallbringers wie erwartet emotionale Betroffenheit und ein schlechtes Gewissen, aber deutlich weniger als erwartet. Unerwarteterweise zeigt jedoch der Unfallgegner massivste Symptome des Unwohlseins und des schlechten Gewissens, die weit über die des vermeintlichen Unfallverursachers hinausgingen. Die Interpretation des Geschehens ließ den Schluss zu, dass der Unfallgegner mehr oder minder absichtsvoll, zumindest aber grob fahrlässig, den Unfall herbeigeführt bzw. in Kauf genommen hat. Als eigentliche Antwort auf die ursprünglich gestellte Frage des Fallbringers kamen im Weiteren Verlauf zwei sehr lange zurückliegende Unfälle zum Vorschein. Sie wirkten als verstecktes Trauma und konnten die starken Körpersymptome erklärbar machen. Der Schleier der Rollenzuordnung wurde erst gegen Ende gelüftet, um kognitive Beeinflussungen zu vermeiden. Der Clou und damit der Grund, weshalb dieses Beispiel hier aufgeführt wird, zeigte sich erst einige Zeit nach der Aufstellung. Im Rahmen des anstehenden Gerichtsverfahrens bekam der Fahrtenschreiber des Unfallgegners eine zentrale Rolle. Aus der Analyse dieses Dokumentes konnte das überraschende Verhalten des Unfallgegners in der Aufstellung, als absolut stimmig nachvollzogen werden. Tatsächlich zeigten sich keinerlei Unfallvermeidungs- bzw. Bremsaktivitäten beim LKW-Fahrer. Seine gesamten Aussagen gegenüber der Polizei konnten widerlegt werden und bestätigen die Ergebnisse der Aufstellung. Woher wusste der Repräsentant des LKW-Fahrers, was in selbigem abgelaufen ist und wie die tatsächliche Realität in der Situation des Unfallgeschehens war? Und wie war dies möglich, obwohl der Repräsentant zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste wofür er stand? Der Fallbringer als Fahrer hatte keine Augen im Hinterkopf und bekam die entscheidenden Momente zumindest nicht bewusst mit.



IT-Systeme Beispiel 5: Programmfehler in einer Software (2014) Ein Projektleiter hatte ein Problem mit dem Fortschritt seines Projektes. Nachdem er schon alle möglichen Versuche zu einem besseren Gelingen unternommen hatte, wollte er die Ursachen und mögliche Lösungen dafür jetzt einmal mit einer SyA suchen. Für verschiedene Elemente des Projektes wurde ein Repräsentant bestimmt. Ausgewählt wurden unter anderem jemand für den Projektleiter, die Projektmitarbeiter, einige Funktionen im Umfeld des Projektes, aber auch jemand für die Soft- sowie die Hardware; für letzteres jemand für den Großrechner und jemand für die mobilen Notebooks. Da die Repräsentanten bezüglich dieses Projektes fachfremd waren, verzichtete man deshalb auch zu Beginn auf irgendwelche technischen Erklärungen und ging schnell zur Sache. Nachdem alle Elemente zugeordnet waren, stellten sich die Repräsentanten im Raum auf und fühlten sich in die gefundenen Plätze ein. Nach kurzer, gespannter Ruhe begann ein Repräsentant heftige Juckreize am ganzen Körper zu entwickeln. Es war die Software, die sich bemerkbar machte. Neben anderen kleineren Ursachen, die das Projekt behinderten, stellte sich im Nachgang tatsächlich heraus, dass dort erhebliche Bugs vorhanden waren, die wesentlich zur Verzögerung beitrugen und mehr Aufmerksamkeit der Projektleitung bedurften.



Beispiel 6: Lastschrifteinzug funktioniert nicht (2015) In einem Verein funktionierte plötzlich der jährliche Lastschrifteinzug nicht mehr, mit dem die Mitgliedsbeiträge abgebucht werden sollen. An sich gab es seitens des Vereins keine Veränderungen mit Ausnahme eines Vorstandswechsels und einem damit verbunden neuen Bankvermerk. Die Software war die alte, möglicherweise lag es an den Updates, die zwischenzeitlich vorgenommen wurden, vermutete man. Die Bank war auch dieselbe. Stundenlange Telefonate mit den Hotlines und dem technischen Support der Bank, als auch dem Anbieter der Software führten keinen Schritt weiter. Zum einen verwies jede der beiden Parteien auf den Anderen, da ihre Einstellungen in Ordnung wären oder sie vermuteten fehlerhafte Eingaben seitens des Vereins. Man solle doch bitte die über 350 Datensätze neu eingeben. Die Software läuft bei anderen Kunden problemlos und die Bank hat die neuen Daten des Vorstandes eingepflegt, also alles in Ordnung bei beiden. Zum anderen gibt es ständig sich widersprechende Informationen, was von einer anderen Abteilung noch getan werden müsste, um das Problem zu lösen. Alle Ansätze erwiesen sich letztlich als nicht zielführend und widersprachen sich auch in einer Weise, die Zweifel an der Kompetenz der Gesprächspartner bezüglich ihrer Produkte aufwarfen. Der Verzweiflung nahe, da dem Verein die liquiden Mittel auszugehen drohten, niemand IT- oder Bankenkompetenz hatte und man nicht spaßeshalber 350 Datensätze neu eingeben möchte, die das Jahr davor ja noch problemlos funktionierten, entschloss man sich eine SyA zu Rate zu ziehen. Geprüft wurde zunächst, ob das Problem bei einem der Parteien – Bank, Software, Verein (z. B. Eingabefehler) – oder an den jeweiligen Schnittstellen liegen könnte. Alles mit verdeckten Bodenankern, bei denen niemand wusste auf welchem Platz er gerade stand. Die Karten wurden geschrieben, verdeckt auf einen Stapel gelegt und gemischt – wie ein Kartenspiel – und schließlich intuitiv und verdeckt auf den Boden gelegt. Im weiteren Verlauf stellten sich drei Personen auf die verschiedenen Bodenanker. Nach eindeutigen Reaktionen aller drei Stellvertreter auf zwei Plätzen war eine erste Orientierung gegeben: Die Bank muss sich umdrehen und hinsehen und es ging um eine Schnittstelle. Mit der gleichen verdeckten Verfahrensweise ging die Untersuchung mit verschiedenen Ideen zu möglichen Ursa- chen innerhalb der Bank und der Schnittstelle zu ihr weiter; über BICs, die nicht akzeptiert werden oder falsche und nicht erkannte BICs wegen Bankenfusionen und andere Möglichkeiten, die der Gruppe mit ihrem Laienwissen noch einfielen. Letztlich gab es auch hier eindeutige Reaktionen auf einem Bodenanker, der sich im Anschluss als „unterschiedliche Versionen“ herausstellte in Bezug auf den Vorstandswechsel. Im Telefonat mit der Hotline der Bank wurde schließlich genau dieser Aspekt als die zentrale Fehlerstelle ausfindig gemacht. Der Vorstandswechsel war zwar in den Stammdaten der Bank vollzogen, die zugehörige Bank Card war aber noch gesperrt und damit blockierte der Lastschrifteinzug, was von den Ansprechpartnern bei der Bank leider bis- her nicht bemerkt wurde. Dank der Information aus der Aufstellung konnten Unwissende die Bankmitarbeiter genau auf die Fehlerstelle lenken und das wochenlange Problem in wenigen Minuten nachhaltig lösen. Im Nachgang zeigte sich dann noch eine weitere positive Korrelation. Auf dem Bodenanker, der für die BICs stand, gab es ebenfalls Körpersensationen, wenngleich deutlich schwächer als bei den beiden anderen. Aus diesem Grund wurde diese Wahrnehmung auch nicht weiter verfolgt. Es zeigte sich im Alltag allerdings, dass auch diese Information relevant und korrekt war, denn eine BIC-Nummer von einer einzigen Bank wies tatsächlich Probleme auf. Bei ihr wurde die durch eine Bankenfusion veränderte BIC-Nummer nicht automatisch erkannt, was normalerweise der Fall sein sollte.



Beispiel 7: Neu geschriebenes Programm bricht immer ab (2015) Zur Berechnung und Optimierung von Aerodynamikbauteilen wird ein Softwareprogramm verwendet, das bereits in ähnlichen Anwendungen eingesetzt wird. Eine zentrale Herausforderung stellt die sehr anspruchsvolle Anpassungsarbeit an die jeweiligen Bau- teile dar. Während der Rechenarbeit wird sehr schnell deutlich, dass irgendetwas fehlerhaft ist. Die Berechnungen konvergieren nicht zu Ende und zeigen unsinnige Ergebnisse. Die eingeleiteten Überarbeitungen und Fehlersuchanalysen führen auch nach einigen Tagen zu keinem positiven Ergebnis. Der Entschluss, das Ganze mit einer Aufstellung anzugehen, lag aufgrund der bereits vorhandenen Erfahrungen nahe. Jetzt allerdings mit einer kleinen Rahmenveränderung: Der Fallbringer mit dem Problem saß in London, die Repräsentanten in München, wobei diese keinerlei Kompetenz oder sonst wie geartetes Verständnis für die Problemstellung vorweisen konnten. Per Skype wurde das Ziel und die verschiedenen, möglichen Problemparameter durch den Fallbringer festgelegt, auf Karten geschrieben, gemischt und verdeckt als Bodenanker gelegt. Schließlich lagen neun verdeckte Problemparameter als Bodenanker im Raum und das offen sichtbare Ziel , das als Referenzplatz dienen sollte . Bezogen auf die Frage , welcher Problemparameter ist verantwortlich für die bisherigen Abbrüche und muss angepasst werden , wurden parallel in London und München Aufstellungen vorgenommen . Die tat- sächliche Lage der Bodenanker war den beiden Gruppen dabei unbekannt . Jeder Bodenanker wurde von den drei verfügbaren Repräsentanten ( einer in London , zwei in München ) getestet und die Wahrnehmungen im Nachgang ausgetauscht . Von den neun Parametern lösten zwei signifikante , wenn auch unterschiedliche Körperwahrnehmungen bei allen drei Repräsentanten aus . Zum einen meldete sich die Information „ dass das Netz nicht zusammen hängt “ und zum anderen „ dass die Größenveränderung der Zellen an relevanter Stelle zu schnell geht “ . Der Nachmittag war in London dann gekennzeichnet von aufwändigen Überprüfungen und schließlich Anpassungen dieser beiden Problemparameter . Am Abend kam erfreulicherweise bereits die Vollzugsmeldung . Im ersten Schritt waren die nicht zusammenhängenden Zellen gesucht und angepasst worden , worauf das Programm bereits deutlich weiter in seiner Berechnung lief . Nach partieller Anpassung der Größenveränderung der Zellen konvertierten die Berechnungen schließlich problemlos.

In den drei vorangegangenen Beispielen Nr.5, 6 und 7 handelt es sich nicht nur um eine Kopplung zwischen Mensch und Technik, sondern insbesondere um eine Kopplung Mensch und abstrakte Zeichencodes. Weder systemisch - konstruktivistische noch räumliche Koordinaten können in diesem Setting als Erklärung dienen, auch lässt sich "Erkennung" und "Einsicht" ausschließen. Allein das "Bauchgefühl" bleibt als Option. Aber was kann diese Korrelation zwischen Aufstellungsergebnis und sich tatsächlich zeigen- der Problemursache erklären?

Für das Beispiel Nr . 7 wollen wir eine kurze Berechnung der Wahrscheinlichkeit durch- führen , diese Treffer per Zufall zu gewinnen . Wir haben 9 mögliche Fehlercluster, bei denen wir der Einfachheit halber nur zwischen zwei Antworten unterscheiden wollen: Wahrnehmung einer körperlichen oder mentalen Reaktion versus Nicht - Wahrnehmung. Tatsächlich gibt es dazwischen viele weitere Optionen , von schwach bis stark und von vage bis sehr klar . Die Wahrscheinlichkeit eines Treffers für einen der Fehlercluster liegt damit bei 50 % oder ½ . Gehen wir davon aus , dass wir bei jedem der 9 Fehlercluster die richtige Wahl treffen müssen, führt das zur Konsequenz, jeden der 9 Terme einzeln zu berücksichtigen.

(1/2)^9 = 1/512

Damit liegt die Chance für eine Person , einen Treffer richtig zu raten, bei 1 zu 512 Versuchen.
In dem vorliegenden Beispiel erfolgt die Abschätzung durch drei unterschiedliche Repräsentanten, von denen jeder die gleichen Fehlercluster auswählte, was dazu führt, dass die individuellen Wahrscheinlichkeiten miteinander multipliziert werden müssen

(1/512)^3 = 1/134.217.728
= 1 : 1,34 * 10^8

Die Wahrscheinlichkeit, dreimal die richtige Kombination zu wählen, liegt demnach bei ca. 1 zu 134 Millionen. Ähnliche Größenordnungen finden sich auch bei den Beispielen Nr. 5 und 6.



Organisationssystem mit technischem Element Beispiel 8: Lenkflugkörper bei Doppelblindaufstellung (2015) Eine Kollegin ist sich nicht sicher, ob sie einen Auftrag in einem Rüstungskonzern annehmen soll. Der Rahmen einer Experimentiergruppe für SyA bot eine gute Gelegenheit auch hier eine etwas andere Annäherung zu wählen. Eine Aufstellung sollte etwas mehr Klarheit in ihre Unentschiedenheit bringen. Es gab im Vorfeld nur eine Frage: Mit wie viel emotionaler Vorbelastung gehen die Kollegen an das Thema heran, wenn sie wissen würden, um was es geht? Denn Aufträge für Rüstungskonzerne tangieren sehr häufig ethische und moralische Selbstverständnisse in unserer Gesellschaft. Nachdem die Gruppe aus lauter erfahrenen Beratern und Therapeuten bestand und zudem das erklärte Ziel der Runde war, experimentell zu arbeiten, entstand die Idee, eine Doppelblindaufstellung durchzuführen. Niemand, außer der Fallbringerin, wusste um was es geht. Die eben beschriebenen Überlegungen liefen im Vorfeld ab. Nach dem Einverständnis der Gruppe für ein solches Experiment klärte die Fallbringerin still für sich die konkrete Fragestellung, bestimmte die Systemelemente und ordnete jedem Systemelement eine Zahl zu. Diese Zahlen wurden dann auf Karten geschrieben und an die sich zur Verfügung stellenden Repräsentanten verteilt. Niemand wusste jetzt für welches Systemelement er bzw. sie steht, wie das Thema und die zugehörige Fragestellung heißen oder in welchem Kontext die Aufstellung anzusiedeln ist. Nicht mal die Aufstellungsleitung wusste Bescheid. Insofern, dass auch die Aufstellungsleitung unwissend war, benennen wir dieses Setting auch eine Doppelblindaufstellung. Die einzelnen Repräsentanten suchten sich nach Erhalt der Zahlen-Karte schließlich nach eigenem Befinden einen Platz im Raum. Das Ganze war auch für die Aufstellungsleitung eine herausfordernde Aufgabe, da sie sich ausschließlich auf die Impulse der Repräsentanten einlassen musste und keinerlei eigene kognitive Konzepte verfolgen konnte. Sofort nach Start der Aufstellung ereignete sich dann eine sehr bemerkenswerte Vorstellung. Ein Repräsentant entwickelte, sobald er seinen Platz eingenommen hatte, eine Dynamik, die er kaum im Stande war zu beherrschen. Von seiner Persönlichkeit her ein eher ruhiger Zeitgenosse, trieb es ihn nun ohne Unterlass durch den Raum. Wie aufgezogen drehte er eine Schleife nach der anderen zwischen den Repräsentanten, wollte überall draufhauen und erlebt sich als völlig durchgeknallt. Seine Worte dazu: „Ich bin total aggressiv und würde am liebsten alles kurz und klein schlagen.“ Nachdem alle Versuche gescheitert waren, einen guten Platz für ihn zu finden, an dem er wieder zur Ruhe hätte kommen können, half nur eine Maßnahme: Die Tür wurde geöffnet und unser nicht zu bremsender Repräsentant entschwand und drehte im Nebenraum seine Kreise. Die Aufstellung wurde schließlich in guter Weise zu Ende gebracht. Erstaunlich war zunächst, wie klar sich die, auch nur der Fallbringerin zum Teil bekannte Situation des potentiellen Kunden, in der Aufstellung abbildete. Alle Repräsentanten bekamen signifikante Körperwahrnehmungen und Bilder, obwohl sie keinerlei Information außer einer Nummer auf einer Karte hatten. Das absolute Erstaunen kam dann, als der Vorhang der Verschleierung gelüftet wurde und die Repräsentanten ihre Rolle mitgeteilt bekamen. Der nicht zu bremsende Kollege stand für einen Lenkflugkörper (Cruise Missile)! Es wäre selbst für einen, sich seiner Rolle bewussten Schauspieler, eine Herausforderung gewesen diesen Part besser zu repräsentieren, als wie wir ihn erleben durften. Das Experiment wurde in einer weiteren deutschen und in fünf internationalen (Mittel- und Südamerika) Gruppen wiederholt. Die Gruppen bekamen jeweils nur Zahlen als Repräsentanz für das jeweilige Element. Der deutschen Aufstellung wohnte ich bei, von den anderen gab es kurze schriftliche Rückmeldungen. Bezogen auf den Lenkflugkörper war die Aussage in der deutschen Gruppe: „Ich fühle mich körperlich steif, lang und hohl. Mein Kopf ist wie festgezurrt und innerlich wie erleuchtet; der weiße Punkt (am Boden) scheint sehr wichtig – kann ihn nicht aus dem Auge lassen.“ Die Repräsentantin bewegte sich ständig hin und her und hielt den Punkt am Boden dabei ständig im Auge. Dieser Bezug auf Punkte wurde auch von den anderen Gruppen zurückgemeldet: „Bin auf weißen Punkt am Boden fixiert“, „bin auf roten Punkt auf dem Flipchart fokussiert“ usw. Stellvertretend noch eine Aussage für ein anderes Element mit Bezug auf den Lenkflugköper: „Wirkt bedrohlich.“ Aus welchen Raumkoordinaten, vorhandenen Wissensanteilen oder Erfahrungen lassen sich die beschriebenen Wahrnehmungen und Bilder jetzt ableiten? Oder hatte die Fallbringerin in der ersten SyA telepathisch, vielleicht mittels Spiegelneuronen, die Gruppe zum Tanzen gebracht? Nachdem allerdings auch Zusammenhänge zum Vorschein kamen, von der die Fallbringerin vor Beginn der Aufstellung keine Kenntnisse hatte, erscheint diese Erklärung ebenfalls nicht sehr tragfähig. 


Besondere Effekte Beispiel 9: Unbewusster Priming-Effekt (2016) Die Experimentiergruppe wollte die Aussage eines Herstellers über ein medizinisches Diagnosegerät mittels SyA testen. Laut Herstellerangabe soll dieses Gerät in der Lage sein mit den Dysfunktionalitäten eines Klienten über EM-Wellen in Verbindung zu treten und diese mit einem bereits eingespeicherten Informationspool (Datensätze) zu vergleichen. AI (Artificial Intelligence) zur Diagnose zu nutzen ist ja durchaus ein aktueller Trend (Weng u. a. 2017). Aufgestellt wurden Repräsentanten für das Symptom, das technische Gerät, Therapeut, Infopool (die gespeicherten Datensätze) und im weiteren Verlauf noch ein paar weitere Elemente. Nach kurzer Abstimmung entschied sich die Gruppe kein spezifisches Symptom zu benennen, sondern das Element für Symptome im Allgemeinen stehen zu lassen. Die Aufstellung wurde wieder als Blindaufstellung durchgeführt, was in diesem Fall bedeutete, dass die Gruppe gemeinsam überlegte, welches Thema und Ziel aufgestellt werden soll und welche Elemente dazu benötigt wer- den. Die Auswahl der Repräsentanten und deren Zuordnung zu dem jeweiligen Element erfolgte verdeckt. Mit Ausnahme von 2 Teilnehmern (der Facilitator und die Person, die die Zuordnung vornahm) wusste niemand, wer für welches Element stand. In der Aufstellung selbst gab es dann tatsächlich eine Korrelation der Zusammenhänge zwischen Symptom, Infopool und Gerät. Als Symptome wurden Rücken- und Schulterschwierigkeiten und ein lahmender Arm bei den Repräsentanten wahrnehmbar. Ob das Gerät nun tatsächlich das kann, was versprochen wird, kann mit unseren Ergebnissen natürlich nicht zweifelsfrei bestimmt werden und sicher braucht es noch andere Testarrangements für ein finales Ergebnis. Das Ergebnis der Aufstellung scheint aber zumindest darauf hinzuweisen. Interessant für uns, und Ausgangspunkt ganz neuer Experimente und Beobachtungen, war ein ganz anderes Phänomen. Es stellte sich im Nachgang heraus, dass zu dem Zeitpunkt der Diskussion über die Konkretisierung des Symptoms, der Protokollführer zwar keinen Beitrag geliefert hat, sich aber gewünscht hätte, wenn seine körperlichen Probleme als Symptom genommen werden würden. Dies, wie gesagt, wurde nicht laut formuliert, sondern nur gedacht und lässt sich aufsetzend auf den Studien zur Entscheidungsforschung als ‚Intention’ definieren. Die körperlichen Probleme waren: Schulter- und Rückenschmerzen, die in den Arm ausstrahlten und diesen zeitweilig wie ‚lahm’ werden ließen. Genau die Symptome, die vom Repräsentanten des Symptoms, vom Gerät und vom Infopool wahrgenommen wurden. Die Nachfrage in der Gruppe, ob andere Gruppenmitglieder ebenfalls ähnliche Intentionen gedacht hätten, wurde von allen verneint. Schlussfolgernd lässt sich feststellen: Die nicht formulierte Intention eines Beobachters manifestierte sich bzw. korrelierte in der Aufstellung bei den Repräsentanten. Damit kann hier ein unbewusster Priming-Effekt angenommen werden wie er auch in den UTT-Studien zu beobachten war.
Ein Mensch mit Erkenntnis hält sich beim Reden zurück und ein Mensch mit Unterscheidungsvermögen bleibt gelassen.
(Bibelbuch Sprüche 17:27; Neue Welt Übersetzung)
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