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mündliches Prüfungsprotokoll, Lüneburg, Dezember 2021
#1
Hallo ihr Lieben!

Tusch und tadaaaa: Ich bin nun tatsächlich "Heilpraktikerin, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie", wie es in Niedersachsen so geschmeidig heißt...
Und ich freu mich auf mein neues Sein und Wirken.

Kurz zur Vorgeschichte: 
Im September 2019 bin ich in den laufenden HPP-Vorbereitungskurs von Savina eingestiegen und hab die ganzen Themen weiter im Rahmen der Wiederholung im Kurs 2020 durchbuchstabiert. Der Differentialdiagnose-Kurs von Anna im Anschluss gab mir Sicherheit und ließ die ganzen Inhalte lebensnaher und greifbarer werden. Darüber hinaus bin ich die bisherigen Fragen bei schriftlichen und mündlichen Prüfungen unzählige Male durchgegangen, hab ein Trainingswochenende zur mündlichen Prüfung belegt, mir selbst während so manchem Spaziergang, bei der Hausarbeit oder anderen Gelegenheiten Referate zu Krankheitsbildern, Therapieformen, Gesetzen usw. gehalten - und so lief die schriftliche Prüfung im Oktober echt gut und auch bei der mündlichen Prüfung in Lüneburg konnte ich nach anfänglicher Aufregung mein Wissen abrufen und unerwartet ruhig und souverän auch bei Fragen mit großer Tiefe, Praxisbezug bzw. nach Vernetzung Rede und Antwort stehen. 

Danke euch beiden Dozentinnen für die gründliche und umfassende Aufbereitung des Stoffes und alle Tipps und Hinweise in der Vorbereitungszeit und der ganzen Lerngemeinschaft!


Hier nun mein Gedächtnisprotokoll: 
Das Prüfungskomitee bestand aus drei Personen: Einem Moderator und Protokollanten, einer Psychiaterin und einer Heilpraktikerin für Psychotherapie. 
Der Empfang war sehr freundlich, es stand Wasser für mich bereit und ich durfte entscheiden, ob während der Prüfung Masken getragen werden oder nicht.

Die Psychiaterin eröffnete die Prüfung mit der Frage, was ich zum psychopathologischen Befund sagen könne. (- Das war dank dir, Savina, viel.)
Ich erzählte, dass dieser ein Teil der Anamnese ist, erzählte kurz, was noch dazu gehört und ging dann anhand meines Lernwortes KOBIAWAGADIAZAS alle einzelnen Elementarfunktionen der Reihe nach durch und beschrieb sie mit Untergruppen und Beispielen:
K Kontaktstörungen
O Orientierungsstörungen
B Bewusstseinsstörungen
I Intelligenzminderungen
A Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Auffassungsstörungen
W Wahrnehmungsstörungen
A Affektstörungen
G Gedächtnisstörungen
A Antriebsstörungen, psychomotorische Störungen
D Denkstörungen
I Ich-Störungen
A Angst, Phobie, Panik
Z Zirkadiane Besonderheiten
A Auftreten, Äußeres Erscheinungsbild
S Suizidalität

Dabei wurde ich bei jedem Punkt unterbrochen durch Fragen wie "Wie beobachten Sie das?", "Wie fragen Sie danach?", "Bei welchen Störungen findet sich das?", "Welche sind wofür typisch?", "Nennen Sie Beispiele", "Erklären Sie es bitte genau, wie zeigt sich das konkret im Verhalten und Sein?" oder ähnlichem. - Das ging echt ping-pong-mäßig hin und her in alle Richtungen und quer durch alle Gebiete. Gefühlt wurde ich da auf Herz und Nieren geprüft, ob ich die einzelnen Begrifflichkeiten auch füllen und damit umgehen, sie einordnen kann. Dabei war ich sehr froh um diesen Anker mit meinem Lernwort, um bei all diesen Exkursen auch immer wieder zurückzufinden zum psychopathologischen Befund und strukturiert weitermachen zu können. - Ein netter, auflockernder Moment zwischendurch war, als ich die Frage nach meinem System, das ich offensichtlich hätte, mit genau diesem "KOBIAWAGADIAZAS" beantwortete :-)

Danach übernahm die Heilpraktikerin für Psychotherapie und fragte nach meiner Intention, diese Prüfung abzulegen. Darauf war ich vorbereitet - also eher ein Verschnaufmoment in diesen langen Minuten.  
Weiter ging's mit einem Rollenspiel: Die Prüferin schlüpfte in die Rolle einer sehr erschöpften Frau, die von mir als Therapeutin Hilfe in ihrer sie überfordernden Situation wollte. Nach anfänglichem Schwanken beim Erfragen der Symptome zwischen Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und depressiver Episode zeigte sich doch recht schnell deutlich, dass sie an einer schweren depressiven Episode leidet und akut suizidal ist. - Wir verließen das Rollenspiel und es ging um Einordnungshilfen bei Suizidalität (Stichworte: Pöldinger und Ringel), Therapiemöglichkeiten der Depression und vor allem die erforderlichen Maßnahmen und Schritte bei Suizidalität (Stichwort: Krisenintervention einschl. Non-Suizid-Vertrag und Notfallkontakt, freiwillige Einweisung, Unterbringung bei Betreuung bzw. nach PsychKG). Das ging in allen Punkten sehr ins Detail, besonders herausfordernd war hierbei für mich der Punkt, wer bei der Unterbringung nach dem PsychKG "das letzte Wort" hätte bei unterschiedlicher Einschätzung des Bedarfs nach Einweisung: der/die Mitarbeitende des sozialpsychiatrischen Dienstes oder der/die des Ordnungsamtes. Da war ich schlicht überfragt und meinte: "Von meinem Empfinden her würde ich es gut finden, wenn es zu einer vorläufigen Einweisung käme, wenn auch nur einer das so befürwortet. Dieser Schritt wird ja dann noch zeitnah von zwei weiteren Personen - Klinikarzt und Richter - überprüft. Doch so wie Deutschland tickt, glaube ich, dass der Amtsarzt das letzte Wort hat..." - Alle drei Prüfende bestätigten das, teilweise lächelnd, teilweise seufzend - und sie informierten mich detailliert, wie eine solche Absprache und Einweisung vor Ort ganz praktisch läuft. Das fand ich sehr besonders und bedankte mich dafür. 

.... Und dann wurde ich kurz vor die Tür und wieder herein gebeten - und bekam zu hören: "Herzlichen Glückwunsch, wir befürworten Ihren Antrag!"
Halleluja, ich habe bestanden. Und nun warte ich täglich auf die schriftliche Bestätigung in meiner Post...


Es war ein Ritt, diese Prüfung. Doch die Prüfenden waren echte und nahbare Gegenüber, es gab zu keiner Zeit irgendwelche Psychospielchen. Darum war und bin ich dankbar. Ebenso wie um meine Vorbereitung. Ohne die Sicherheit durch gründliches Lernen und auch lautes Sprechen zuvor hätte ich nicht in dieser Prüfungssituation stecken wollen. 

Von daher: Mutig voran! Es lohnt sich!!

Liebe Grüße
Alexandra
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