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Medikationsplan
#1
Liebe Interessenten des zukünftigen Kurses,

sicherlich kennt ihr auch die ellenlangen Medikationspläne, die manche/r Patient/Patientin uns vorlegt oder vorlegen wird.
Ich habe hier mal einen abgeschrieben:

  1. Phenprogamma nach INR
  2. Simvahexal 40  0-0-1
  3. Furobeta 20  1-0-0
  4. Allo 100 1A   1-0-0
  5. Euthyrox 75  1-0-0
  6. Sulpirid 50  0-0-1
  7. Ramilich 2,5  1-0-0
Nun kommt ein neues Medikament hinzu: Aldactone 25  1-0-0

Kennt ihr alle Medikamente?
Wofür bzw. wogegen werden sie eingesetzt?
Und auf was muss jetzt besonders geachtet werden, wenn dies neue Medikament hinzu kommt?
Und noch eine Frage: kann dieser Patient einfach mal Pantoprazol ein paar Monate dazu nehmen als Magenschutz - gibt es doch frei zu kaufen und Schutz ist doch immer gut oder?

Mag wer mit überlegen  Big Grin
Liebe Grüße Gini
Keine Zeit gibt es nicht - nur andere Prioritäten  Wink 
(Zitat: Michael A. Denck)
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#2
Liebe Gini, das ist ja mal wieder eine tolle Idee  Heart
Fünf von den 8 Medikamenten sagen mir zumindest was  Blush
Ich fange mal mit zweien an, sicher wollen ja noch mehr mitmachen:
Simvahexal könnte Simvastatin von Hexal sein, also ein Cholesterinsenker.
Und Allo100 vielleicht Allopurinol gegen Gicht?
LG Claudia
Antworten
#3
Hallo,
ich könnte vielleicht das Euthyrox beisteuern: L-Thyroxin bei Hypothyreose (?)

Viele Grüße
Angelika
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#4
....ich war neugierig und habe mal nach den einzelnen Medis gegoogelt...da war ich etwas erschrocken, vielleicht nicht zurecht...ich sehe vor meinem geistigen Auge einen Patienten mit Elefantiasis.....
Grüße
Angelika
Antworten
#5
Hallo ihr Lieben,

super! Die bisher bezeichneten Arzneimittel sind schon mal richtig.
Also wir haben eine Patientin die ein Mittel zur Senkung des Cholesterin nimmt: Simvastatin
dann nimmt sie etwas gegen Gicht, genauer um den Abbau von Purinen zu Harnsäure zu unterbinden = Urikostatikum = Allopurinol
dann habt ihr Euthyrox als L-Thyroxin bezeichnet bei Hypothyreose, also Levothyroxin bei einer Schilddrüsenunterfunktion

und nun? Was ist mit den anderen Medikamenten und warum stellst Du Dir liebe Angelika einen Patienten mit Elefantiasis vor (was versteht man darunter überhaut ;.)

Mag noch wer etwas beisteuern?
Neugierige Grüße Gini
Keine Zeit gibt es nicht - nur andere Prioritäten  Wink 
(Zitat: Michael A. Denck)
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#6
Eine Elefantiasis sind generalisierte Ödeme, also vor allem auch in den Extremitäten, so dass der Mensch aussieht, als wäre er die Summe zweier Sumoringer... (Entschuldigung aber anders kann ich das gerade nicht veranschaulichen).
Ich hatte das Bild deswegen: Furobeta 20 scheint ein Schleifendiuretika zu sein, ACE-Hemmer senkt den Blutdruck (und hemmt das RAAS - Renin Angiotensin Aldosteron System) wodurch weniger Flüssigkeit im System bereitsteht, weil mehr über den Harn ausgeschieden wird. Aldactone 25 ist wohl auch ein Diuretika und steigert die Harnausscheidung (was dann die Nummer 3 wäre und den Wasserhaushalt des Körpers betrifft).
Bitte korrigiere mich Gini, wenn ich das falsch eroiert habe. Aber ich dachte mir, das könnte etwas zuviel Entwässerung sein... allenfalls die Person hat massive Ödeme.
Und das Furobeta 20 macht als Nebenwirkung Schwindel, braucht es da nun das Sulpirid, um dem Schwindel entgegenzuwirken?
Danke für die Medikamentenliste. Ich habe mich zum ersten mal damit auseinandergesetzt. War spannend...
Liebe Grüße
Angelika
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#7
Hallo!

Das ist ja wieder eine super Idee von dir Gini!  Heart
Mir sagt nur Ramilich in Verbindung mit Behandlung von Bluthochdruck (Hypertoni) etwas. Das Schlagwort "ACE-Hemmer" fällt mir noch dazu ein, was ich jedoch leider noch nicht in erklärende Worte hüllen kann Blush
Ich bin sehr gespannt, was die restlichen Medikamente sind und was das letztlich für ein Cocktail ist  Confused
Ganz liebe Grüße
Ilona
Antworten
#8
Hallo,

würde in der Liste noch das Phenprogamma nach INR fehlen. Das ist ein Mittel mit blutgerinnungshemmender Wirkung.
Bei Sulpirid meine ich gelesen zu haben das es sich um ein Medikament handelt, das man zur symptomatischen Behandlung von Psychosen einsetzt. Pantoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer, d.h. es würde zu weniger Salzsäure im Magen kommen. Diesen nimmt man bei Entzündungen der Speiseröhre durch Reflux, Magengeschwüren, Zwölffingerdarmgeschwür usw. Aber eigentlich nur in Rücksprache mit dem Arzt und nicht einfach mal so als "Vorsorge" .Auch dieses ist ein Medikament und hat Neben- und auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Es könnte evtl mit dem Phenprogamma zur Wechselwirkung kommen, da in dem Beipackzettel etwas steht von "sehr selten Thrombozytopenie". Gini verbessere bitte falls ich das falsch verstanden habe fragend
Tolle Idee, danke für die Gedankenanstöße. Hab mich schon lange nicht mehr mit Medis beschäftigt top
Liebe Grüße Anja

                                           Ein Plan, der sich nicht ändern lässt ist ein schlechter Plan  (Sallust)

Antworten
#9
Hallo ihr Lieben,

sorry das es etwas gedauert hat mit meiner Antwort. Danke erst einmal das ihr euch dafür interessiert und mitmacht...freu.

So dann schauen wir mal:
Liebe Angelika, Heart
danke für Deine anschauliche Beschreibung einer Elefantiasis oder auch Elephantiasis geschrieben. Das ist sehr gut für die Vorstellungskraft. ;-) In der Prüfung wäre es besser jedoch formuliert wie z.B.: Elephantiasis ist das letzte Stadium eines Lymphödems, also eine behinderter Lymphabfluss führt zu extremen Vergrößerungen der Körperteile, meist der Extremitäten. (möchte jetzt nicht klugscheisserisch rüberkommen, nur als Tipp gemeint)

Sehr gut heraus gefunden, das dieser Patient mehrere Entwässerungsmittel/Diuretika bekommt.
Das Furobeta ist der Wirkstoff Furosemid und ist ein sogenanntes Schleifendiuretikum = super heraus gefunden. Es wirkt am dickeren Anteil der Henle Schleife unseres Tubulussystem in der Niere und hemmt die Natriumrückresorption, ergo geht dafür dann Kalium raus.
Darum kombiniert man oft mit Kaliumsparenden Diuretika, wie hier eben mit dem neuen Medikament Aldactone = Wirkstoff Spironolacton.
Spironolacton hemmt im distalen Tubulus die Resorption von Natrium und die Sekretion von Kalium. Aber Spironolacton hemmt auch das RAAS und wird darum auch als Aldosteronantagonist bezeichnet.

Liebe Ilona, super ACE Hemmer setzt man bei Hypertonie ein. Perfekt gesagt.
Der ACE Hemmer gilt nicht als Diuretikum, sondern als Antihypertensivum, also als ein Medikament welches den Blutdruck senkt, daher wird es eingesetzt zum Blutdruck senken, bei Herzinsuffizienz um das Herz zu entlasten und nach einem Herzinfarkt. Es wirkt gefäßerweiternd, reduziert Vorlast, Nachlast, Sauerstoffverbrauch und den peripheren Gefäßwiderstand und wirkt leicht harntreibend und die Aldosteronsekretion der Nebennierenrinde wird gesenkt.

Ein ACE Hemmer senkt den Blutdruck indem er in das Renin Angiotensin Aldosteron System eingreift und die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiontensin II hemmt. Er blockt das dafür nötige Enzym Angiotensin Converting Enzym (ACE). Das bedeutet wir haben kein  Angiotensin II und wenn Angiotensin II fehlt, haben wir auch keine sofortige Gefäßverengung und es wird auch kein Aldosteron stimuliert in der Nebennierenrrinde.
Dem Aldosteron sagt man z.B. auch  eine Rolle bei der Bindegewebs-Neubildung innerhalb der Blutgefäßen und der Herzmuskulatur nach. Auch gibt es weitere Komplikationen wie eine geringere Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid, was ansonsten gefäßerweiternd wirkt oder die Komplikation des programmierten Zelltodes der Herzmuskelzellen. Auch eine Hypertrophie des Herzens kann durch einen zu hohen Aldosteronspiegel auftreten. Spironolacton soll hier diese Komplikationen verringern.

Also haben wir vorrangig keinen Lymphstau, sondern man will hier das Herz und die Gefäße entlasten.
Zunächst gab es nur den ACE Hemmer, der dann nicht ausreichend war, also kam ein Diuretikum hinzu und um dann die Nebenwirkungen geringer zu halten, kam jetzt das Aldactone hinzu. Rolleyes

Weiter gehts:
Das Sulpirid nimmt der Patient nicht wegen Schwindel, sondern gegen seine Depression. Diese trat auf durch die Erkrankung am Herzen und die damit folgende Einschränkung. Sulpirid wirkt in niedriger Dosierung aktivierend und stimmungsaufhellend, daher wird es auch bei Depression eingesetzt. Es zählt zu den atypischen Neuroleptika, was man ja jetzt immer öfter als Antipsychotika bezeichnet. Super Anja - perfekt heraus gefunden.

So wir haben noch Phenprogamma, das kennen viele besser als Marcumar, also ein Vitamin K Antagonist. Es hemmt also die Bildung der Vitamin K abhängigen Blutgerinnungsfaktoren in der Leber (1972) und sorgt somit dafür das keine Thromben entstehen. Hier eingesetzt als Langzeit-Thrombo-Prophylaxe.

Und perfekt liebe Anja, auch der sogenannte Magenschutz ist kein wirklicher Schutz und sollte daher nicht unkontrolliert eingenommen werden, insb. dann nicht, wenn soviele Medikament gleichzeitig eingenommen werden. PPIs hemmen die Protonenpumpe innerhalb der Belegzellen im Magen, somit wird weniger Magensäure zur Verfügung gestellt. Sie sind säureempfindlich und wirken erst im Dünndarm, das bedeutet sie gelangen dann per Blut zu den Belegzellen des Magens.
Sagen also auch der Leber hallo  Tongue
In der Leber haben wir ein ausgeklügeltes Enzymsystem, welches erst einmal kleine Häppchen aus allem was kommt macht und diese dann wieder bindet, um sie wasserlöslich zu machen (ganz vereinfacht gesagt). Über dieses System kommen sich viele Medikamente in die Quere.

PPIs interagieren zwar mit Thrombozytenaggregationshemmern wie ASS und Clopidogrel z.B., auch alle um die Blutgerinnung zu hemmen, aber sie haben einen anderen Wirkmechanismus. Marcumar wirkt nicht auf die Thrombozytenaggregation, sondern greift an anderer Stelle in die Blutgerinnung ein (Vit.K) Hier haben wir also mit dem Marcumar nicht unbedingt das vorrangige Problem mit dem Pantoprazol. 

Aber das Pantoprazol hat enorme Nebenwirkungen, wie z.B. Nierenstörungen, die zwar sehr selten sind, aber eben hier ja schon bedacht werden sollten, da der Patient schon die Niere mit anderen Medikamenten anspricht. Dazu kommen bei PPIs die Leberbelastung, warum es sehr häufig zu Leberfunktionsstörungen kommt. Da hier schon sehr viele Arzneimittel genommen werden, ist das Entgiftungssystem eh schon schwer beschäftigt.
Dazu klauen PPIs auch die Nährstoffe, Mineralien und Vitamine, da wir weniger Salzsäure haben und somit die Nährstoffe weniger gut aufgespalten werden und die auch der Intrinsic Faktor beeinträchtigt wird in der Produktion. Daher stehen PPIs auch im Verdacht neurologische Störungen, Anämien und Demenz auszulösen.

Also kein einfaches Medikament, was man einfach mal so als Schutz nehmen sollte/kann. Hier finde ich es echt wichtig das wir aufklären, denn in der Presse klingt es immer total harmlos und sooooo schön schützend.  Confused

Danke das ihr Lust hattet mit zuschauen, wozu diese Medikamente eingenommen werden. Ich sehe eine ganz wichtige Arbeit darin den Menschen auch zu erklären, was sie da überhaupt einnehmen und sie so mehr zu sensibilisieren auch mal mit ihrem Arzt die Diskussion zu suchen. Natürlich empfehlen wir NIE irgendetwas einfach abzusetzen! Jedoch können wir oft helfen, die Medikation zu verbessern und damit auch das Lebensgefühl.

Im Kurs wird es darum immer bei der Schulmedizin darum gehen, was die Arzneimittel für eine Wirkung haben, aber auch welche unerwünschten Wirkungen sie haben und welche Wechselwirkungen auftreten können. Wir sind keine Pharmazeuten, darum lege ich das Hauptaugenmerk auf ein solides Praxiswissen. Aber ihr werdet sehen, das viele Arzneimittel erst überhaupt den Körper und sein geniales System ins Wanken bringen.

Also nochmals Danke für euer Interesse 
und liebe Grüße eure Gini
Keine Zeit gibt es nicht - nur andere Prioritäten  Wink 
(Zitat: Michael A. Denck)
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