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Fragen zu Essstörungen
#1
Hallo zusammen,

beim Wiederholen sind bei mir noch folgende Fragen offen geblieben:

1. Gibt es ein Zeitkriterium für Anorexia nervosa? Oder gilt diese als vorhanden, sobald der BMI unter 17,5 geht?

2. wie lange muss die Menstruation ausbleiben? Ofenstein gibt auf S. 236 "Ausbleiben zweier Menstruationszyklen" an, und schon auf der nächsten Seite 237 heißt es "länger als 6 Monate". Was stimmt denn?  Huh

3. Mir ist der Unterschied zwischen der Binge-Eating-Störung und der Bulimia nervosa non-purging-Typ noch nicht so ganz klar (mal abgesehen, dass es die BES in der ICD-10 gar nicht gibt). Beim Zeitkriterium sehe ich einen Unterschied, BES 1x/Woche und Bulimie 2x/Woche. Gibt es sonst noch was?

Danke und schönes Wochenende an alle!

Liebe Grüße
Carina
Antworten
#2
Liebe Carina

ich habe mich mal durch meine Bücher gefressen in Bezug auf Deine 3. Frage. Hier das Ergebnis:

Das Zeitkriterium der BES ist 2x pro Woche mind. 6 Monate lang.
Bei der Bulimie 2x pro Woche mind. 3 Monate lang.

BES-Patienten versuchen nicht, der Gewichtszunahme entgegen zu steuern,
Bulimiker/innen vom Non-purging-Typ tun dies mittels Fasten oder übermäßiger körperlicher Aktivität.

BES-Patienten sind übergewichtig,
das Gewicht der Bulimiker/innen liegt zwischen leichtem Übergweicht und leichtem Untergewicht.

BES Patienten haben nicht die übertriebene Beschäftigung mit dem Essen und der Kontrolle des Körpergewichts,
Bulimiker/innen jedoch schon, sie haben auch eine krankhafte Furcht vor dem Dickwerden.

Von BSE sind Mönner zu 1/3 betroffen,
von Bulimie sind über 95% Frauen/Mädchen betroffen.

Bei BSE besteht keine Körperschemastörung,
bei Bulimie jedoch schon.

Ich frage mich aber, ob die Unterscheidung zwischen Purging- und Non-purging-Typ überhaupt prüfungsrelevant ist, denn in der ICD 10 kommt diese Unterscheidung gar nicht vor. Auch in meinen anderen Büchern habe ich nichts dazu gefunden. Halt nur in Savina's Skript.

Zu Deiner 1. Frage würde ich mit gesundem Menschenverstand (also ohne faktisches Wissen, welches ich dazu nämlich nicht habe) davon ausgehen, daß man bei Patienten mit einem BMI von unter 17,5 bestimmt nicht noch Wochen oder gar Monate eines Zeitkriteriums verstreichen lässt!

Zu Deiner 2. Frage habe ich auch nichts finden können, denke aber, daß auch dies nicht prüfungsrelevant ist.

Ich bin gespannt auf andere Antworten!

LG Tanja
Antworten
#3
Hello Ihr beiden,

aus einem Praxisfall heraus kann ich ein wenig mehr über die BES erzählen und gehe jetzt hier mal auf zwei Punkte ein.

Die Gier nach Essen und die ständige Beschäftigung damit gibt es bei BES schon auch. Essen ist unheimlich wichtig und wird als unwiderstehlicher Essanfall (die ICD 10 berichtet von "Esstaumel" und das beschreibt es ganz gut) empfunden.

Die Scham und der Ekel danach sind sehr stark und auch das entstehende Übergewicht wird als große Belastung empfunden.

Allerdings fehlt die Körperschemastörung, als überwertige Idee und somit auch die direkt nachfolgenden Gegenmaßnahmen wie Erbrechen und/oder Abführen oder übermäßiger Sport, Hungerkuren oder Appetitzügler usw.

Es geht tatsächlich "nur" ums Essen und um große Mengen an Essen. Zwischendurch gibt es dann natürlich Phasen mit versuchten Schlankheitskuren und vernünftigem, gesundem Essen. Aber die Anfälle kehren so lange wieder, bis der zu Grunde liegende Konflikt aufgelöst ist, der meistens auch vom Klienten selbst erkannt wird und formuliert werden kann.

Bei Bulimikern gibt es u.U. auch emotionale Konflikte, aber die sind weniger offen für den Betroffenen selbst und die überwertige Idee überdeckt den eigentlichen Konflikt dann oft noch zusätzlich.


Ach übrigens... ich habe tatsächlich schon Prüfungsfälle gesehen, die man nicht hätte lösen können, wenn einem nicht bewusst gewesen wäre, dass es einen "non-purging-Typus" gibt. Dann hätte man die verdeckten Hinweise nicht gefunden. Also.... Daumen hoch, dass es im Skript steht Wink

In der ICD10 steht es in der Beschreibung indirekt wenn du unter Merkmal C) nachliest... Sie versuchen, der Gewichtszunahme durch die Nahrung mit einer oder mehreren der folgenden Verhaltensweisen entgegenzusteuern: … und dann werden die 4 Maßnahmen genannt. Wenn man z.B. nur Maßnahmen 3+4 anwendet, wäre man automatisch der non-purging.

Es gibt zwischen den beiden Störungsbildern also tatsächlich Unterschiede... warum es bei uns fehlt, weiß ich nicht. In der ICD10 wird nur unter F50.4 eingeräumt, dass es psychogene Essattacken geben kann als Reaktion auf belastende Ereignisse.

In der Praxis kommen die Menschen grenz-übergreifend Big Grin von daher finde ich es toll, dass Ihr Euch so intensiv damit auseinandersetzt.

Viel Erfolg weiterhin

Regina
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Und plötzlich verändert sich ALLES!
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