Willkommen Besucher aus dem Internet Hallo lieber Besucher,
schön, dass Sie bei uns gelandet sind!
Sie können als Internetgast in unserem Forum im öffentlichen Bereich lesen.
Wenn Sie einen Beitrag schreiben möchten oder wenn Sie unser kostenloses Veranstaltungsprogramm nutzen möchten, so müssen Sie sich im Forum anmelden. Das kostenlose Veranstaltungsprogramm finden Sie in der Kopfzeile/Seitenleiste, wenn Sie auf Veranstaltungen klicken.
Nun wünschen wir Ihnen erst einmal viel Freude beim Stöbern im Forum.
Sie werden sehen, es gibt viel zu entdecken.

Ihre Isolde Richter


Themabedankungen:
  • 0 Dankeschön(s) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Der alte Patient - für HPA und HPPA
#1
Aus gegebenem Anlass eröffne ich mal einen neuen Thread  Blush 

Heute morgen war ich sozusagen artfremd als HPPA bei dem Vortrag von Silke.

- Danke für den wirklich sehr interessanten Vortrag, den ich leider ein bisschen vor der Zeit verlassen musste. Heart  -

Mich würde ein Aspekt sehr interessieren: Ich betreue seit acht Jahren meine Tante und bis vor kurzem auch meinen Vater bei mir zu Hause. Beide sehr alt (mein Vater ist gerade mit 97,5 Jahren gestorben, seine Schwester wird am 23. Juni 96) und schwer dement. Das ist genau die Klientel, die kaum ein Arzt/Heilpraktiker/HPP in seiner Praxis sieht. Ich behaupte, der meiste Kontakt bleibt extrem an der Oberfläche und geht mehr oder weniger komplett über die Angehörigen - wie sollte es auch anders sein.

Ich behaupte gleichzeitig mal ganz kühn, dass beide nur deswegen so lange leb(t)en, weil ich mich so engmaschig und individuell um sie kümmern kann. (Ich bleibe jetzt mal aus Gründen der Lesbarkeit im Präsenz...)

Dazu gehört für mich auch ganz klar die Ernährung. Luise hat Zeit ihres Lebens unter Verstopfung gelitten und schon als Kind Abführmittel genommen. Seit die beiden in meinem Haushalt gelebt und ich für sie gekocht und eingekauft habe, wollte ich täglich einen Spagat bewältigen. Da weder Papa noch Luise einen Diabetes noch Übergewicht hatten, sollte es für sie - sie haben beide gern gegessen! - jeden Tag Lieblingsessen geben. Andererseits wollte ich sie qualitativ hochwertig ernähren, was für mich heißt: frisch kochen, nix convenient, viel Gemüse und Salat, viel Fisch. Eier und Geflügel gibt es hier aus eigener Produktion, ab und an Rindfleisch vom Nachbarn. Schwein gibt es hier nicht. Getränke: Kaffee, Tee, Wasser - für Papa und Luise ab und an Saft, so wie sie es mögen.

Verstopfung ist seither Geschichte. Da ich insgesamt drauf achte, dass es drei Mal täglich hochwertiges Eiweiß gibt, galt das auch für meine Oldies. Das kommt dann auch gern mal aus der Tofu/Seitan-Ecke.

Ich arbeite auch mit Blick auf die Oldies seit Jahren eng mit unserem Homöopathen zusammen. Die Anamnese war speziell, weil ich ja alles für die beiden wissen und sagen musste, und auch jetzt sind mein kritischer Blick und meine Beobachtung gefragt, wenn es Baustellen gibt, die homöopathisch behandelt werden sollen. Aber: So konnten wir Dinge bereinigen, bei denen unsere Hausarztpraxis nicht mehr weiter wollte, zum Beispiel ein mega-hammer Bluterguss bei meinem Vater, der über Wochen absackte und der eine deutlich sichtbare, harte Aussackung auf Höhe des Wadenbeinkopfes hinterlassen hatte und von dem es hieß, der würde nun bleiben. Desweiteren ein hartnäckiger Husten, den meine Hausärztin mir als Herzhusten verkaufen wollte und bei dem sie, wie sie sagte, mit ihrem Latein am Ende war: Es war definitiv kein Herzhusten und mit dem richtigen Mittel ging er weg. Dann waren da noch einige tumoröse Hautgeschehen etc...

Soweit die rein körperlichen Einschränkungen und Erscheinungen, die einen alten und dementen Patienten plagen können. Es gab im Zuge der fortschreitenden Demenz aber auch Psychisches, was ich nicht haben mochte. So hat mein Papa eine zeitlang immerzu - mal mehr, mal weniger laut - "aua" gerufen/geschrieen. Warum? Das wusste er dann selbst nicht, und er sagte auch jedesmal, ihm täte nichts weh. Das ging mit Homöopathie weg. Dann war ab Sommer 2017 permanent müde-schlummerig. Auch da ließ sich ein besserer Grad an Wachheit und Teilnahme wiederherstellen.

Was tun mit dieser Klientel? Wie können HPs und HPPs alte, demente Menschen erreichen? Es gibt in der Versorgung dieser Menschen so viel mehr zu tun als Windeln wechseln, füttern und abstauben. Ich durfte erleben, wie viel Lebensqualität sich erhalten lässt - auch wenn ich zugeben muss, dass es ein fordernder Job ist, sich darum zu kümmern.

Was mir fehlt, ist ein Bewusstsein für diese alten Menschen. Dafür, dass sie Probleme haben, die wir als Fachleute sehen und beheben können, wenn wir sie nur zu sehen bekommen.

Falls überhaupt irgendwer bis hier durchgehalten hat: Danke fürs Lesen! Wenn Ihr Ideen dazu habt, bin ich mehr als dankbar.

Herzensgrüße von mir und meiner uralten Luise Heart
Auf Genusstour  Heart

*Denn schlimmer als zu sterben ist es, nicht zu wissen, wofür man lebt.* (Gioconda Belli)

Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Über Uns

Weitere Informationen über uns, die Heilpraktikerausbildung sowie unsere Weiterbildungen für Heilpraktiker finden Sie auf unserer Homepage. Unser weiteres Angebot:

Handy APPs

Unsere kostenlosen und werbefreien Lern-APPs rund um das Thema "Heilpraktiker werden / Heilpraktiker wissen" für Handys.

Weitere Angebote

Partner Shop:


Der QR-Code zu dieser Seite zum Testen: